Im Folgenden werden ausgewählte Merkmale der im ambulanten Suchthilfesystem in NRW betreuten Klient*innen über die Jahre 2017 bis 2025 dargestellt.
Trends 2017-2025
TRENDBETRACHTUNG
Anzahl dokumentierter Betreuungen
Zwischen 2017 und 2025 ist ein leichter Rückgang der dokumentierten Betreuungen in der ambulanten Suchthilfe in NRW zu erkennen – von rund 96.000 auf rund 78.000 Fälle. Alkohol stellt durchgehend den häufigsten Anlass für eine Betreuung dar, gefolgt von Cannabis und weiteren Substanzen. Auch nichtstoffgebundene Problemlagen wie Glücksspiel oder Belastungen im sozialen Umfeld bleiben über die Jahre relevant. Insgesamt wird sichtbar, wie sich einzelne Problembereiche im Zeitverlauf verändern und welche vielfältigen Anforderungen damit an die ambulante Suchthilfe verbunden sind.
Verteilung der Hauptproblembereiche
Bei den Hauptproblemen bleibt der Anteil der Cannabisklientel über die Jahre hinweg konstant bei 17 %. Der Anteil der Alkoholklientel steigt von 35 % im Jahr 2017 auf 41 % im Jahr 2025. Auch der Anteil der Stimulanzienklientel nimmt zu – von 7 % auf 10 % im gleichen Zeitraum. Dagegen sinkt der Anteil der Klient*innen mit Glücksspielsucht leicht von 5 % auf 4 %.
Der Anteil der Opioidklientel verringert sich ebenfalls kontinuierlich, von 31 % im Jahr 2017 auf 23 % im Jahr 2025.
Mittleres Lebensalter der betreuten Klient*innen in Jahren
Das durchschnittliche Alter aller Klient*innen ist von 2017 bis 2025 um zwei Jahre gestiegen und liegt nun bei 41 Jahren. Allerdings ist dieser Anstieg nicht in allen Hauptproblemgruppen gleich stark ausgeprägt.
Am deutlichsten zeigt sich der Anstieg des Durchschnittsalters bei der Cannabisklientel (+4 auf 29 Jahre), bei den Opioidkonsument*innen (+4 auf 45 Jahre) sowie bei den Stimulanzienkonsument*innen (+4 auf 36 Jahre). Bei der Gruppe der problematisch Glücksspielenden ist das durchschnittliche Alter mit rund 37 Jahren leicht angestiegen. Die Alkoholklientel ist am ältesten und gleichzeitig am stabilsten hinsichtlich des Altersdurchschnitts.
Anteil betreuter Klient*innen mit deutscher Staatsangehörigkeit
Beim Anteil der Klientel mit deutscher Staatsangehörigkeit zeigt sich eine leichte sinkende Tendenz: von 91 % im Jahr 2017 auf 88 % im Jahr 2025.
Ein Blick auf die unterschiedlichen Hauptproblemgruppen zeigt, dass sich diese Änderung bei allen Gruppen bis auf die der Glücksspielsuchtklientel zeigt. Bei der Glücksspielsuchtklientel zeigt sich ein gegenläufiger Trend, indem der Anteil von Klient*innen mit deutscher Staatsangehörigkeit von 83 % im Jahr 2017 auf 89 % im Jahr 2025 gestiegen ist.
Anteil betreuter Klient*innen mit Migrationshintergrund
Beim Anteil der Klientel mit Migrationshintergrund zeigt sich eine leicht steigende Tendenz von 24 % im Jahr 2017 auf 26 % im Jahr 2025.
Ein Blick auf die unterschiedlichen Hauptproblemgruppen zeigt, dass sich diese Änderung vor allem auf die Opioidklientel (30 % → 34 %), die Alkoholklientel (16 % → 21 %) und die Stimulanzienklientel (25 % → 30 %) zurückführen lässt. Eine Ausnahme bildet die Klientel mit Glücksspielsucht. Hier unterliegt der Anteil der Klientel mit Migrationshintergrund größeren Schwankungen mit einer absteigenden Tendenz (33% in 2025) .
Anteil alleinlebender Klient*innen (Lebenssituation)
Über die Jahre zeigt sich ein weitgehend konstanter Anteil von etwa 44 % der Klient*innen, die bei Betreuungsende allein leben. Auch innerhalb der einzelnen Hauptproblemgruppen bleiben die Werte stabil, obwohl Unterschiede zwischen den Gruppen bestehen. So leben Opioidklient*innen (52%) am häufigsten allein, während der Anteil der Alleinlebenden bei der Cannabisklientel (+45 auf37%) und bei problematisch Glücksspielenden (32%) am niedrigsten ist.
Anteil betreuter Klient*innen in prekärer Wohnsituation
Der Anteil der Gesamtklientel, die in einer prekären Wohnsituation lebt (Obdachlosigkeit, Leben in einer Notunterkunft), ist leicht angestiegen – von 8 % auf 9 %. Ein Vergleich der Hauptproblemgruppen zeigt insbesondere einen steigenden Anteil bei der Opioidklientel (2017: 12 %, 2025: 18 %).
Anteil betreuter Klient*innen ohne Schulabschluss
Beim Anteil der Klientel ohne Schulabschluss zeigt sich eine leichte sinkende Tendenz: von 12 % im Jahr 2017 auf 10 % im Jahr 2025. Während der Anteil bei der Klientel mit Alkohol- und Glücksspielsucht gleich bleibt, nimmt er bei der Klientel mit Opioid- und Cannabisproblematik leicht ab. Am stärksten ist diese Entwicklung bei der Stimulanzienklientel zu beobachten (2017:15 %; 2025: 12 %).
Anteil betreuter Klient*innen ohne abgeschlossene Ausbildung
Beim Anteil der Klientel ohne abgeschlossene Ausbildung zeigt sich eine leichte sinkende Tendenz: von 43 % im Jahr 2017 auf 37 % im Jahr 2025. Bei der Klientel mit Opioid- und Alkoholproblemen ist ein leichter, bei der Klientel mit Cannabis- und Stimulanzienproblemen ein moderater rückläufiger Trend zu beobachten. Am deutlichsten ist der Rückgang des Anteils ohne Ausbildungsabschluss bei der Klientel mit Glücksspielsucht: von 29 % im Jahr 2017 auf 19 % im Jahr 2025.
Anteil betreuter Klient*innen mit Bezug von ALGII/Bürgergeld (Erwerbssituation)
Über alle Hauptproblemgruppen hinweg – und damit auch für die Gesamtklientel – lässt sich ein sinkender Anteil von Klient*innen verzeichnen, deren finanzielle Lebensgrundlage überwiegend aus dem Bezug von Bürgergeld besteht. Lag der Anteil im Jahr 2017 noch bei 42 %, so beträgt er aktuell nur noch 31 %.
Anteil betreuter Klient*innen mit problematischen Schulden
Auch bei der Schuldensituation der Klient*innen lässt sich ein leichter Trend erkennen, der auf eine Abnahme der Verschuldungsrate hindeutet. So sinkt der Anteil der Klient*innen mit Schulden von 41 % im Jahr 2017 auf 32 % im Jahr 2025. Lediglich bei der Gruppe der problematisch Glücksspielenden zeigt sich eine umgekehrte Entwicklung. Bei ihnen nimmt der Anteil verschuldeter Personen von 72 % im Jahr 2017 auf 74 % im Jahr 2025 zu.