Rund 180 Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich an der Datendokumentation.

Daten der betreuten Klient*innen 2024

Betreuungsdaten

Betreuungsdaten

Für das Jahr 2024 werden ausgewählte Daten der betreuten Klient*innen übersichtlich dargestellt. Zu den jeweiligen Fragestellungen stehen geschlechtsspezifische Analysen zur Verfügung. Diese machen Unterschiede und Besonderheiten sichtbar und fördern eine zielgerichtete, passgenaue Unterstützung.

Verteilung der Hauptproblembereiche

Bei 95% der Betreuungen steht ein Substanzkonsum im Vordergrund. Bei 4,5% wurde das Glücksspielverhalten als alleiniger oder zusätzlicher Hauptproblembereich identifiziert, bei 3% der exzessive Medienkonsum.
Bei 3% der betreuten Personen stehen suchtbezogene Probleme aus zwei unterschiedlichen Problembereichen im Vordergrund der Betreuungen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn neben einem exzessiven Medienkonsum auch ein Alkoholproblem vorliegt.

Hauptprobleme nach Geschlecht

Insgesamt liegt der Frauenanteil bei 27%, variiert jedoch zwischen den Hauptproblemgruppen teils erheblich. In der Alkoholgruppe ist mehr als jede dritte betreute Person weiblich (34%), in der Cannabis-, in der Opioid- und der Stimulanziengruppe rund jede fünfte (zwischen 22% und 20%). Am kleinsten ist der Frauenanteil mit 10% innerhalb der Glücksspielgruppe.

Durchschnittliches Alter

Zu Betreuungsbeginn sind die betreuten Konsument*innen des Jahres 2024 durchschnittlich 39,6 Jahre alt.
Männer: 39,1 Jahre und Frauen: 41,0 Jahre.
Das aktuelle mittlere Alter der Klientel im Jahr 2024 liegt mit 40,9 Jahren ein Jahr darüber.

Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund

88% der dokumentierten Klient*innen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. 16% der betreuten Menschen
sind selbst eingewandert und 10% als Kind von Migrant*innen in Deutschland geboren worden. Bei 32% der Personen mit Migrationshintergrund liegt das Herkunftsland innerhalb der EU, bei 21% ist das Herkunftsland im übrigen Europa.
Bei 16% ist es die Türkei und bei 14% ein Land aus der Region „Süd-Ost-Zentral-Asien“.

Zwischen den Hauptproblemgruppen lassen sich teilweise deutliche Unterschiede erkennen, sowohl hinsichtlich des Migrationsanteils als auch der Herkunftsländer. Die Anteile an Klient*innen mit Migrationshintergrund sind bei den problematisch Glücksspielenden mit 36% und der Opioidklientel mit 34% am größten. In der Alkoholgruppe hingegen ist
der Anteil mit 21% am geringsten.

Lebenssituation und Wohnsituation

Lebenssituation

44% der betreuten Menschen leben zum letzten Dokumentationszeitpunkt allein. Knapp ein Fünftel (17%) lebt mit einer Beziehungsperson (ohne Kinder) und 15% mit Kindern (allein oder mit einer Beziehungsperson) zusammen. Eine Paarbeziehung wurde für etwas weniger als die Hälfte der Betreuten dokumentiert (44%), am häufigsten für die Gruppe der problematisch Glücksspielenden (60%) und am seltensten für die Cannabisgruppe (35,5%). Betreute Frauen leben etwas seltener allein
(38%, Männer: 45%) und häufiger mit Kindern zusammen (21%, Männer: 13,5%).

Bildungsstand, Erwerbstätigkeit und Schulden

Bildungsstand

Die meisten Klient*innen besitzen einen Hauptschulabschluss (36%), gut ein Viertel der Klientel einen Realschulabschluss
(27%) und ein Fünftel ein (Fach-) Abitur (20%). Keinen Schulabschluss weisen 10% aller betreuten Personen auf.
Zwischen den Hauptproblemgruppen lassen sich jedoch teils deutliche Unterschiede erkennen. Mehr als die Hälfte der Alkoholklientel (58%) und zwei Drittel der problematisch Glücksspielenden (66%) haben mindestens einen Realschulabschluss erlangt. Bei der Opioidklientel ist dies mit 28% deutlich seltener der Fall, stattdessen haben sie am häufigsten einen Hauptschulabschluss (49%) oder die Schule ohne Abschluss verlassen (19%).

Rund ein Drittel aller Klient*innen ist problematisch verschuldet (32%), wobei sich auch hier die einzelnen Hauptgruppen deutlich voneinander unterscheiden. Wenig überraschend ist, dass Schulden für die meisten der problematisch Glücksspielenden eine Rolle spielen (73%). Aber auch mehr als die Hälfte der Opioidklientel (51,5%) und der Personen mit einem problematischen Konsum von Stimulanzien (39%) geben problematische Schulden an. Für die Hauptproblemgruppe „Glücksspiel“ ist nicht nur die Rate der Verschuldung, sondern auch die Schuldenhöhe auffällig: bei fast einem Drittel (31%) wurde eine aktuelle Schuldenhöhe von mindestens 25.000 EUR benannt.

Obwohl die Mehrheit der betreuten Personen eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, ist nur ein Drittel (36%) erwerbstätig. Der Anteil der erwerbs- und arbeitslosen Klient*innen liegt insgesamt bei 43%, wobei sich die Hauptproblemgruppen diesbezüglich deutlich unterscheiden.

Am häufigsten erwerbs- und arbeitslos sind vor allem die betreuten Personen der Opioidgruppe (72%), während dies nur knapp jede fünfte Person der problematisch Glücksspielenden betrifft (17%). In der Alkoholgruppe zeigt sich ein vergleichsweise hoher Anteil an Rentner*innen (14%) und für die Cannabisklientel zeigt sich auch hier die besondere aktuelle Ausbildungssituation: bei 26% dieser Klient*innen wird über die Erwerbssituation eine aktuelle schulische, betriebliche oder akademische Ausbildung dokumentiert.

Suchthilfestatistik NRW

Hauptprobleme
Eltern der ambulanten Suchthilfe in NRW
(2021)
Auswirkungen der Pandemie
(2021)
Klient*innen mit exzessiver Mediennutzung
(2021)
Klient*innen in stabilen und prekären Wohnverhältnissen
(2018)
Altersspezifische Aspekte
(2016)
Bildung, Arbeit, Armut
(2014)

Drogenkonsumräume NRW

Minderjährige in den Drogenkonsumräumen in NRW
(2024)
Gesundheitliche Versorgungslage und die drängendsten Herausforderungen
(2023)
Änderung der Szene – Konsum im Wandel
(2022)
Crackkonsum in den Drogenkonsumräumen in NRW
(2021)
Zur Lage während der Corona-Pandemie
(2020)

Downloads

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