Im Folgenden werden ausgewählte Merkmale der im ambulanten Suchthilfesystem in NRW betreuten Klient*innen über die Jahre 2016 bis 2024 dargestellt.

Trends

TRENDBETRACHTUNG

Anzahl dokumentierter Betreuungen

Zwischen 2016 und 2024 ist ein leichter Rückgang der dokumentierten Betreuungen in der ambulanten Suchthilfe in NRW zu erkennen – von rund 96.000 auf knapp 79.000 Fälle. Alkohol stellt durchgehend den häufigsten Anlass für eine Betreuung dar, gefolgt von Cannabis und weiteren Substanzen. Auch nichtstoffgebundene Problemlagen wie Glücksspiel oder Belastungen im sozialen Umfeld bleiben über die Jahre relevant. Insgesamt wird sichtbar, wie sich einzelne Problembereiche im Zeitverlauf verändern und welche vielfältigen Anforderungen damit an die ambulante Suchthilfe verbunden sind.

Verteilung der Hauptproblembereiche

Bei den Hauptproblemen bleibt der Anteil der Cannabisklientel über die Jahre hinweg konstant bei 17 %. Der Anteil der Alkoholklientel steigt von 36 % im Jahr 2016 auf 41 % im Jahr 2024. Auch der Anteil der Stimulanzienklientel nimmt zu – von 7 % auf 10 % im gleichen Zeitraum. Dagegen sinkt der Anteil der Klient*innen mit Glücksspielsucht leicht von 6 % auf 3 %. Der Anteil der Opioidklientel verringert sich ebenfalls kontinuierlich, von 31 % im Jahr 2016 auf 24 % im Jahr 2024.

Mittleres Lebensalter (aktuell) der betreuten Klient*innen in Jahren

Das durchschnittliche Alter aller Klient*innen zu Beginn der Betreuung ist von 2016 bis 2024 um zwei Jahre gestiegen und liegt nun bei 41 Jahren. Allerdings ist dieser Anstieg nicht in allen Hauptproblemgruppen gleich stark ausgeprägt. Am deutlichsten zeigt sich der Anstieg des Durchschnittsalters bei der Cannabisklientel (+3 auf 28 Jahre), bei den Opioidkonsument*innen (+4 auf 45 Jahre) sowie bei den Stimulanzienkonsument*innen (+4 auf 36 Jahre). Die Alkoholklientel ist am ältesten und gleichzeitig am stabilsten hinsichtlich des Altersdurchschnitts. Eine Ausnahme bildet die Gruppe der problematisch Glücksspielenden: Ihr mittleres Alter steigt von 2016 bis 2019 zunächst um 1,5 Jahre an (auf 35,7 Jahre). In den Jahren 2020 und 2021 sinkt das mittlere Alter in dieser Gruppe jedoch wieder auf den Wert des Ausgangsjahres 2016 (2020: 35,0 Jahre; 2021: 34,3 Jahre) und steigt bis 2024 auf 38 Jahre.

Frauenanteil der betreuten Klient*innen

Mit 27 % aller Betreuungen bleibt der Anteil der Frauen im Betrachtungszeitraum sehr konstant. Einzig bei der Cannabisklientel ist im Verlauf ein steigender Trend des Frauenanteils zu beobachten: von 18 % im Jahr 2026 auf 21 % im Jahr 2024.

Anteil betreuter Klient*innen mit deutscher Staatsangehörigkeit

Beim Anteil der Klientel mit deutscher Staatsangehörigkeit zeigt sich eine leichte sinkende Tendenz: von 90 % im Jahr 2016 auf 88 % im Jahr 2024. Ein Blick auf die unterschiedlichen Hauptproblemgruppen zeigt, dass sich diese Änderung bei allen Gruppen bis auf die der Glücksspielsuchtklientel zeigt. Bei der Glücksspielsuchtklientel zeigt sich ein gegenläufiger Trend, indem der Anteil von Klient*innen mit deutscher Staatsangehörigkeit von 83 % im Jahr 2016 auf 88 % im Jahr 2024 gestiegen ist.

Anteil betreuter Klient*innen mit Migrationshintergrund

Beim Anteil der Klientel mit Migrationshintergrund zeigt sich eine leicht steigende Tendenz von 22 % im Jahr 2016 auf 25 %
im Jahr 2024. Ein Blick auf die unterschiedlichen Hauptproblemgruppen zeigt, dass sich diese Änderung vor allem auf die Opioidklientel (27 % → 34 %), die Alkoholklientel (16 % → 21 %) und die Stimulanzienklientel (24 % → 29 %) zurückführen lässt. Eine Ausnahme bildet die Klientel mit Glücksspielsucht. Hier unterliegt der Anteil der Klientel mit Migrationshintergrund größeren Schwankungen. Während der Anteil zunächst im Jahr 2017 anstieg, nahm er bis 2023 kontinuierlich ab. Mit 32 %
wurde das Ausgangsniveau von 2016 wieder erreicht. Im Jahr 2024 stieg der Anteil auf 36 % an.

Anteil alleinlebender Klient*innen (Lebenssituation)

Über die Jahre zeigt sich ein weitgehend konstanter Anteil von etwa 40 % der Klient*innen, die bei Betreuungsbeginn allein leben. Auch innerhalb der einzelnen Hauptproblemgruppen bleiben die Werte stabil, obwohl Unterschiede zwischen den Gruppen bestehen. So leben Opioidklient*innen am häufigsten allein, während der Anteil der Alleinlebenden bei der Cannabisklientel und bei problematisch Glücksspielenden am niedrigsten ist.

Anteil betreuter Klient*innen in prekärer Wohnsituation

Der Anteil der Gesamtklientel, die in einer prekären Wohnsituation lebt (Obdachlosigkeit, Leben in einer Notunterkunft), ist leicht angestiegen – von 7 % auf 9 %. Ein Vergleich der Hauptproblemgruppen zeigt insbesondere einen steigenden Anteil bei der Opioidklientel (2016: 14 %, 2024: 17 %).

Anteil betreuter Klient*innen ohne Schulabschluss

Beim Anteil der Klientel ohne Schulabschluss zeigt sich eine leichte sinkende Tendenz: von 13 % im Jahr 2016 auf 10 % im
Jahr 2024. Während der Anteil bei der Klientel mit Alkohol- und Glücksspielsucht gleich bleibt, nimmt er bei der Klientel mit Opioid- und Cannabisproblematik leicht ab. Am stärksten ist diese Entwicklung bei der Stimulanzienklientel zu beobachten (2016:16 %; 2024: 12 %).

Anteil betreuter Klient*innen ohne abgeschlossene Ausbildung

Beim Anteil der Klientel ohne abgeschlossene Ausbildung zeigt sich eine leichte sinkende Tendenz: von 43 % im Jahr 2016 auf 38 % im Jahr 2024. Bei der Klientel mit Opioid- und Alkoholproblemen ist ein leichter, bei der Klientel mit Cannabis- und Stimulanzienproblemen ein moderater rückläufiger Trend zu beobachten. Am deutlichsten ist der Rückgang des Anteils ohne Ausbildungsabschluss bei der Klientel mit Glücksspielsucht: von 31 % im Jahr 2016 auf 20 % im Jahr 2024.

Anteil betreuter Klient*innen mit Bezug von ALGII/Bürgergeld (Erwerbssituation)

Über alle Hauptproblemgruppen hinweg – und damit auch für die Gesamtklientel – lässt sich ein sinkender Anteil von Klient*innen verzeichnen, deren finanzielle Lebensgrundlage überwiegend aus dem Bezug von Bürgergeld besteht. Lag der Anteil im Jahr 2016 noch bei 45 %, so beträgt er aktuell nur noch 32 %.

Anteil betreuter Klient*innen mit problematischen Schulden

Auch bei der Schuldensituation der Klient*innen lässt sich ein leichter Trend erkennen, der auf eine Abnahme der Verschuldungsrate hindeutet. So sinkt der Anteil der Klient*innen mit Schulden von 39 % im Jahr 2016 auf 32 % im Jahr 2024. Lediglich bei der Gruppe der problematisch Glücksspielenden zeigt sich eine umgekehrte Entwicklung. Bei ihnen nimmt der Anteil verschuldeter Personen von 68 % im Jahr 2016 auf 73 % im Jahr 2024 zu.

Suchthilfestatistik NRW

Hauptprobleme
Eltern der ambulanten Suchthilfe in NRW
(2021)
Auswirkungen der Pandemie
(2021)
Klient*innen mit exzessiver Mediennutzung
(2021)
Klient*innen in stabilen und prekären Wohnverhältnissen
(2018)
Altersspezifische Aspekte
(2016)
Bildung, Arbeit, Armut
(2014)

Drogenkonsumräume NRW

Minderjährige in den Drogenkonsumräumen in NRW
(2024)
Gesundheitliche Versorgungslage und die drängendsten Herausforderungen
(2023)
Änderung der Szene – Konsum im Wandel
(2022)
Crackkonsum in den Drogenkonsumräumen in NRW
(2021)
Zur Lage während der Corona-Pandemie
(2020)

Downloads

Eltern der ambulanten Suchthilfe in NRW
(2021)
Auswirkungen der Pandemie
(2021)
Klient*innen mit exzessiver Mediennutzung
(2021)
Klient*innen in stabilen und prekären Wohnverhältnissen
(2018)
Altersspezifische Aspekte
(2016)
Minderjährige in den Drogenkonsumräumen in NRW
(2024)
Gesundheitliche Versorgungslage und die drängendsten Herausforderungen
(2023)
Änderung der Szene – Konsum im Wandel
(2022)
Crackkonsum in den Drogenkonsumräumen in NRW
(2021)
Zur Lage während der Corona-Pandemie
(2020)