Der Bericht des Jahres 2024 dokumentiert sowohl die Konsumvorgänge als auch standortspezifische Informationen der zwölf Drogenkonsumräume in Nordrhein-Westfalen.
Es werden Vergleiche zu den Vorjahren angestellt, um Entwicklungstendenzen im Nutzungsverhalten sowie in den einzelnen Aspekten des niedrigschwelligen Überlebensangebots zu analysieren.
Bericht zur Nutzung der Drogenkonsumräume 2024
Jahresbericht
Datengrundlage
Seit 2021 erfolgt die Datenerhebung mehrheitlich über eine vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen finanzierte WebApp. Die Betreuung und Bereitstellung dieser Anwendung erfolgt durch die Geschäftsstelle der Suchtkooperation NRW in Zusammenarbeit mit den Träger*innen und Leitungen der Drogenkonsumräume.
Zur Bewertung der Zielerreichung und der Arbeit der Drogenkonsumräume in Nordrhein-Westfalen werden in der Dokumentation folgende Kriterien herangezogen:
- Standorte
- Konsumplätze
- Konsumvorgänge
- Geschlecht
- Art der Substanzen
- Konsumarten
- Alter
- Konsumvorgänge durch erkennbar Substituierte
- Abgewiesene Personen
- Vermittlung in Hilfemaßnahmen
- Besondere Vorkommnisse
- Drogennotfälle
Anzahl der Konsumplätze 2024
Die vorliegende statistische Auswertung umfasst die Daten der zwölf Drogenkonsumräume in Nordrhein-Westfalen. Diese Räume haben teilweise unterschiedliche örtliche Gegebenheiten, wie etwa eine reduzierte Anzahl an Konsumplätzen oder Änderungen der Öffnungszeiten, die durch Krankheitswellen, Personalmangel oder Umbauten bedingt sein können. Im Jahr 2024 standen in Nordrhein-Westfalen insgesamt 135 Plätze für den Konsum illegaler Substanzen wie Heroin, Kokain, Amphetaminen oder Benzodiazepinen zur Verfügung. Davon waren 60 Plätze für den intravenösen Konsum, 69 Plätze für die Inhalation von Drogen und sechs Plätze flexibel einsetzbar, je nach Bedarf für den intravenösen oder inhalativen Konsum.
Die Größe der Drogenkonsumräume variiert zwischen sechs und 23 Plätzen. Für den intravenösen Konsum standen drei bis 8 Plätze zur Verfügung, für den inhalativen Konsum drei bis 15 Plätze.
Öffnungszeiten 2024 in Wochenstunden
Unterjährig sind die Drogenkonsumräume zwischen vier und zwölf Stunden pro Tag an fünf bis sieben Tagen in der Woche mit insgesamt 34 bis 72 Wochenstunden geöffnet. Insgesamt sechs der zwölf Drogenkonsumräume haben 2024 an sieben Tagen pro Woche (ohne Feiertage) mindestens vier Stunden geöffnet (Stand 31.12.2024).
Konsumvorgänge
Konsumvorgänge 2022 – 2024
Im Jahr 2024 wurden in den zwölf Drogenkonsumräumen Nordrhein-Westfalens insgesamt 433.512 Konsumvorgänge dokumentiert (davon 370.268 durch Männer, 63.028 durch Frauen und 216 durch Personen mit diverser Geschlechtsidentität). Nach den pandemiebedingten Einschränkungen der Vorjahre, die 2022 und 2023 zu deutlichen Anstiegen um 18,25 % beziehungsweise 37,6 % führten, setzt sich dieser Trend auch 2024 mit einem weiteren Zuwachs um 18,2 % fort.
Eine genauere Betrachtung zeigt, dass 2024 an sechs Standorten ein Rückgang der Konsumvorgänge verzeichnet wurde – mit Rückgängen zwischen 0,5 % und 52,9 % (zum Vergleich: 2023 betraf dies drei Standorte). Ursachen hierfür sind unter anderem Standortumbauten, reduzierte Öffnungszeiten oder andere standortspezifische Faktoren. Im Gegensatz dazu stieg die Anzahl der Konsumvorgänge an den übrigen sechs Standorten, wobei die Zuwächse zwischen 8,8 % und 70 % lagen. Hauptgründe für diese Entwicklung sind erweiterte Öffnungszeiten oder eine Erhöhung der Anzahl an Konsumplätzen. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2024 ein Anstieg der Konsumvorgänge um 18,2 % im Vergleich zum Vorjahr.
Konsumvorgänge erkennbar Substitutierter 2022 – 2024
Seit 2016 haben erkennbar substituierte Personen mit Substanzkonsum Zugang zu den Drogenkonsumräumen in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 145.607 Konsumvorgänge dieser Gruppe dokumentiert (siehe Abbildung 4).
Davon entfielen 24.772 (17,0 %) auf Frauen, 120.833 (83,0 %) auf Männer, zwei Konsumvorgänge wurden von Menschen mit diverser Geschlechtsidentität vorgenommen.
Substanzen Gesamtkonsumvorgänge
Die Drogenkonsumräume in NRW bieten ein geschütztes Umfeld, in dem Opioide, Kokain, deren Kombination („Cocktail“), Amphetamine sowie Benzodiazepine unter hygienischen Bedingungen konsumiert werden können. Wie bereits in den Vorjahren entfällt der größte Anteil der Konsumvorgänge auf den Opioid-Konsum (60 %), gefolgt vom Kokain-Konsum (36 %) und dem Konsum von Mischungen („Cocktail“, 4 %) (siehe Abbildung 5). Während der Opioid-Konsum 2024 weiterhin leicht rückläufig ist, steigt der Kokain-Konsum weiter an. Der Anteil des Cocktail-Konsums bleibt auf dem Niveau des Vorjahres.
Konsumvorgänge Kokain / Crack
Seit 2021 ist ein kontinuierlicher Rückgang des Opioid-Konsums zu beobachten, während der Kokain-Konsum stetig zunimmt. Ein möglicher Grund hierfür ist die bessere Verfügbarkeit von Kokain. Zudem weisen vom Landeskriminalamt sichergestellte Kokainproben einen hohen Reinheitsgehalt auf. Darüber hinaus berichten Mitarbeitende der Drogenkonsumräume, dass die Verfügbarkeit von Heroin auf den Schwarzmärkten in Nordrhein-Westfalen seit etwa zwei Jahren spürbar abgenommen hat. Der Anteil der Kokain-Konsumvorgänge an der Gesamtzahl aller Konsumvorgänge steigt seit 2019 kontinuierlich. Seit 2024 wird der Crack-Konsum in den Drogenkonsumräumen gesondert erfasst.
Von insgesamt 155.286 Kokain-Konsumvorgängen entfielen 50,5 % (78.455 Vorgänge) auf Crack. Bei Männern lag der Crackanteil am Kokain-Konsum bei 49,2 %, bei Frauen bei 56,2 %, bei Menschen diverser Geschlechtszugehörigkeit bei 24,1 %. Absehbar ist ein Rückgang nicht zu erwarten.
Substanzen Männer 2022 – 2024
Neben Opioiden, Kokain und deren Kombination („Cocktail“) werden in der Drogenkonsumraumstatistik auch Amphetamine (2024: 0,4 %; 2023: 0,4 %; 2022: 0,5 %) und Benzodiazepine (2024: 0,04 %; 2023: 0,04 %; 2022: 0,07 %) erfasst. Da beide Substanzen im Jahresvergleich jeweils weniger als ein Prozent der Konsumvorgänge ausmachen, werden sie aus Gründen der Übersichtlichkeit in den Abbildungen 7 bis 9 nicht gesondert dargestellt. In den letzten Jahren wurden hinsichtlich des Amphetamin- und Benzodiazepin-Konsums keine nennenswerten Veränderungen festgestellt.
Bei männlichen Konsumierenden zeigt sich ein rückläufiger Trend beim Opioid-Konsum, der 2024 bei 62 % der Konsumvorgänge liegt. Im Gegensatz dazu steigt der Kokain-Konsum weiter an und erreicht mit 34 % ein neues Höchstniveau. Der Mischkonsum aus Opioiden und Kokain bleibt auf dem Vorjahresniveau.
Substanzen Frauen 2022 – 2024
Auch bei Frauen dominiert weiterhin der Opioid-Konsum, der mit 49 % den größten Anteil ausmacht. Allerdings ist im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg des Kokain-Konsums auf 47 % zu verzeichnen, womit dieser erstmals nahezu das Niveau des Opioid-Konsums erreicht. Der kombinierte Konsum beider Substanzen nimmt 2024 weiter ab und liegt nun bei 3 %.
Die zunehmende Verbreitung des Kokain-Konsums ist besonders besorgniserregend, da Frauen bereits eine vulnerablere Gruppe unter den Konsumierenden darstellen und sich nun auch in diesem Bereich ein signifikanter Anstieg zeigt.
Substanzen Diverse Geschlechtsidentität 2022 – 2024
Erstmals wurde im Jahr 2024 bei Personen mit diverser Geschlechtsidentität eine statistisch relevante Fallzahl erreicht. Abbildung 9 zeigt einen Vergleich der Jahre 2022 bis 2024, wobei aufgrund der geringen Fallzahlen in den Jahren 2022 und 2023 keine belastbare Trendanalyse möglich ist. Für 2024 lässt sich jedoch feststellen, dass der Anteil der Opioid-Konsumvorgänge in dieser Gruppe mit 72 % vergleichsweise höher liegt als bei Männern (62 %) und Frauen (49 %). Der Kokain-Konsum fällt mit 24 % hingegen geringer aus als bei Männern (34 %) und Frauen (47 %). Beim Mischkonsum aus Opioiden und Kokain zeigen sich keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.
Konsumart gesamt 2022 – 2024
Im Jahr 2024 wurde am häufigsten die inhalative Konsumform gewählt: 316.072 Konsumvorgänge (rund 73 %) erfolgten durch Rauchen oder Inhalieren. Daneben wurden 106.834 intravenöse Konsumvorgänge (etwa 24 %) sowie 10.572 nasale Konsumvorgänge (ca. 2 %) dokumentiert. Der orale Konsum spielte – wie in den Vorjahren – kaum eine Rolle: Mit lediglich 34 registrierten Vorgängen (0,01 %) lag er erneut unter einem Prozent, weshalb in Abbildung 10 auf eine Darstellung verzichtet wurde.Der bereits in den Vorjahren beobachtete Trend setzt sich damit auch 2024 fort: Der intravenöse Konsum nimmt weiter ab, während die inhalative Konsumform zunehmend bevorzugt wird.
Ein Blick auf die geschlechtsspezifische Verteilung zeigt: Männer konsumieren zu 72 % inhalativ und zu 25 % intravenös. Auch bei Frauen überwiegt der inhalative Konsum mit 78 %, während 20 % intravenös konsumieren. Menschen mit diverser Geschlechtsidentität zeigen ein ähnliches Bild: 68 % inhalativer und 32 % intravenöser Konsum.
Altersverteilung
Altersverteilung 2022 – 2024
Die Drogenkonsumraumstatistik erfasst die Altersverteilung aller Konsumvorgänge, sowohl insgesamt als auch getrennt nach Geschlecht (Männer, Frauen und Personen mit diverser Geschlechtsidentität) im Alter von 18 bis über 55 Jahren. Die Drogenkonsumraumverordnung regelt in Nordrhein-Westfalen den Zugang auch für unter 18-Jährige im Einzelfall: mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten oder nach sorgfältiger Prüfung anderer Hilfemöglichkeiten durch das Fachpersonal vor Ort. Seit 2023 werden in einem Konsumraum in Nordrhein-Westfalen erstmals Konsumvorgänge von minderjährigen Personen in einer relevanten Größe dokumentiert. Auffällig ist, dass diese Vorgänge in großer Mehrheit auf weibliche Konsumierende entfielen.
Die betroffenen Einzelfälle sind bekannt, und es wird in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt intensiv an Lösungen für die Mädchen gearbeitet. Da das Thema „Minderjährige im Drogenkonsumraum“ in mehreren Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen zunehmend an Bedeutung gewinnt, widmet sich der thematische Schwerpunkt dieses Berichts ausführlich dieser Entwicklung. Wie auch in den Vorjahren wurden die meisten Konsumvorgänge im Jahr 2024 von der Altersgruppe der 36- bis 45-Jährigen durchgeführt, dicht gefolgt von den 46- bis 55-Jährigen.
Im Jahr 2024 stellten bei den Männern die Konsumvorgänge der 46- bis 55-Jährigen mit 37 % die größte Gruppe der Konsumvorgänge dar. Bei den Frauen lag der Schwerpunkt mit 44 % bei den 36- bis 45-Jährigen. Bei Menschen mit diverser Geschlechtsidentität entfiel der größte Anteil mit 55 % auf die Altersgruppe der 26- bis 35-Jährigen.
Die zweitgrößte Gruppe bei den Männern waren die 36- bis 45-Jährigen mit 33 %, bei den Frauen die 46- bis 55-Jährigen mit
21 %. Menschen mit diverser Geschlechtsidentität konsumierten ausschließlich innerhalb der Altersgruppen der 26- bis 35-Jährigen und der 36- bis 45- Jährigen – hier war die zweitgrößte Gruppe die 36- bis 45-Jährigen.
Der Vergleich der Jahre 2022 bis 2024 zeigt deutlich: Die Mehrheit der Konsumierenden in den Drogenkonsumräumen Nordrhein-Westfalens ist zwischen 36 und 55 Jahre alt. Dabei gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, die über die Jahre hinweg stabil geblieben sind: Männer gehören zur ältesten Nutzergruppe, gefolgt von Frauen. Die jüngste Gruppe stellen Menschen mit diverser Geschlechtsidentität dar.
Ablehnungsgründe
Die Gründe, warum Personen in Drogenkonsumräumen abgewiesen werden, sind unterschiedlich. Nach dem häufigsten Ablehnungsgrund „Sonstiges“ folgen zeitliche Gründe – etwa wenn der Drogenkonsumraum kurz vor der täglichen Schließung steht – sowie bestehende Hausverbote als die häufigsten Ursachen für eine Ablehnung.
Unter der Kategorie „Sonstiges“ werden vor allem Fälle zusammengefasst, in denen Personen abgewiesen werden, weil sie die Zugangsvoraussetzungen zum Drogenkonsumraum nicht erfüllen. Der Anteil dieser Ablehnungen ist im Vergleich zu den Vorjahren leicht rückläufig: 2024 lag er bei 0,13 % aller Konsumvorgänge (zum Vergleich: 2023: 0,3 %, 2022: 0,45 %). Im Jahr 2024 wurde zudem in zehn Fällen der Ablehnungsgrund „erkennbare Erst- und Gelegenheitskonsumierende“ dokumentiert. Weitere Ablehnungsgründe waren unter anderem Verständigungsprobleme oder starke Geruchsbelästigung.
Ablehnungsgründe Auswärtig / ohne Ausweis
Von den zwölf Drogenkonsumräumen in Nordrhein-Westfalen haben im Jahr 2024 sieben Einrichtungen die Gründe „auswärtig / ohne Ausweis“ sowie „Ablehnung aus Zeitgründen“ gesondert erfasst. Die anderen fünf Einrichtungen haben keine Zugangsbeschränkungen für auswärtige oder Personen ohne Ausweis.
Leistungen der Einrichtungen
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 7.003 ärztliche beziehungsweise medizinische Hilfen erbracht. Bezogen auf die Gesamtzahl der registrierten Konsumvorgänge entspricht dies einem Anteil von 1,6 % (2023: 2 %, 2022: 3 %). Psychosoziale Unterstützungsleistungen – darunter Beratungsgespräche, Krisenhilfe und Interventionen – wurden in 26.793 Fällen dokumentiert. Das entspricht einem Anteil von 6,2 % aller Konsumvorgänge (2023: 7 %, 2022: 7,7 %). Deutlich zugenommen hat die Anzahl der Safer-Use-Beratungen, die im Berichtsjahr 39.843-mal angeboten wurden. Dies entspricht einem Anteil von 9,2 % an allen Konsumvorgängen (2023: 8 %, 2022: 7,8 %). Damit gehört die Safer-Use-Beratung mittlerweile zu den zentralen Leistungen der Einrichtungen. In diesen Gesprächen beraten Fachkräfte die Konsumierenden zum risikoärmeren Konsum und tragen so aktiv zur Schadensminimierung bei.
Die Beratungsleistungen für erkennbar substituierte Klient*innen werden gesondert erfasst. Im Jahr 2024 wurden bei insgesamt 107.847 Konsumvorgängen durch erkennbar substituierte Personen 2.342 Beratungen durchgeführt. Dies entspricht einem Anteil von rund 2,2 % (2023: 2 %, 2022: 2 %)
Vermittlung ins Hilfesystem
Im Jahr 2024 erfolgten insgesamt 9.791 Vermittlungen in weiterführende Hilfen – davon 3.014 bei Frauen, 6.777 bei Männern, und keine Vermittlungen bei Personen diverser Geschlechtsidentität. Ein Schwerpunkt lag weiterhin auf der Vermittlung in soziale Hilfen, wie zum Beispiel Notschlafstellen. Diese Vermittlung wurde 1.638-mal bei Frauen und 2.721-mal bei Männern vorgenommen. Bei Menschen diverser Geschlechtsidentität wurde keine entsprechende Vermittlung dokumentiert. Auch die Weiterleitung in drogentherapeutische Ambulanzen hatte eine hohe Relevanz: 854 Konsumvorgänge bei Frauen und 2.210 Fälle bei Männern führten im Berichtsjahr zu einer solchen Maßnahme.
In Relation mit der Gesamtzahl aller Konsumvorgänge ist die Vermittlung in weiterführende Hilfeangebote in 2024 leicht rückläufig (2023: 3 %, 2024: 2,3 %). Ein möglicher Hintergrund ist die jährlich zunehmende Anzahl an Konsumvorgängen und den damit einhergehenden Einschränkungen zeitlicher Ressourcen im Konsumablauf.
Besondere Vorkommnisse
Seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2015 bleibt der Anteil dieser besonderen Vorkommnisse gemessen an den Gesamtkonsumvorgängen konstant niedrig – unter einem Prozent. Auch im Jahr 2024 lag der Anteil bei 0,5 %, wie bereits 2023 (2022: 0,4 %). Wie in den Vorjahren ist der versuchte Drogenhandel in oder um die Einrichtungen mit 512 registrierten Fällen das häufigste Vorkommnis. Bezogen auf die Gesamtkonsumvorgänge entspricht das 0,12 % (2023: 0,1 %, 2022: 0,05 %).
Weitere besondere Vorkommnisse sind die Szenenbildung (229 Fälle im Jahr 2024) und Gewalt gegen Personen (149 Fälle) im Umfeld der Konsumräume. Eine sogenannte „Szene“ entsteht, wenn sich drei oder mehr Personen mit störendem Verhalten zusammentun. Insgesamt zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine weitgehend stabile Entwicklung bei der Häufigkeit besonderer Vorkommnisse.
Weitere dokumentierte Vorfälle im Jahr 2024 waren:
- Gewalt gegen Sachen: 23 Fälle
- Störung der öffentlichen Ordnung im Umfeld: 48 Fälle
- Diebstahl: 21 Fälle
Drogennotfälle
Drogennotfälle 2024 relativ zu Gesamtkonsumvorgängen
Im Jahr 2024 kam es innerhalb der Drogenkonsumräume in 289 Fällen unmittelbar nach dem Konsum zu physischen oder psychischen Notfällen (48 Frauen, 241 Männer, keine Personen mit diverser Geschlechtszugehörigkeit). Der Anteil dieser Drogennotfälle an den gesamten Konsumvorgängen liegt bei 0,06 % und ist im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.
Drogennotfälle Maßnahmen
In allen Drogennotfällen leisteten die Fachkräfte vor Ort sofort Erste Hilfe. In fünf Fällen wurden Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet. Darüber hinaus wurde 138-mal notärztliche Hilfe in Anspruch genommen und in 92 Fällen war ein Transport ins Krankenhaus notwendig. Diese Maßnahmen zeigen seit 2022 einen stabilen, leicht rückläufigen Trend. 2024 gab es mit 132 Drogennotfällen im Umfeld einen Höchststand (2023: 85 Fälle, 2022: 59 Fälle). In 2024 betrafen diese 132 Notfälle 22 Frauen und 110 Männer (keine Drogennotfälle bei Menschen mit diverser Geschlechtsidentität).
Wenn Notfälle während der Öffnungszeiten des Konsumraums auftreten, wird das Personal im Raum häufig sofort darauf aufmerksam gemacht. In solchen Fällen müssen oft lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, die häufig wesentlich schwieriger umzusetzen sind als in den dafür ausgerüsteten Hilferäumen.