Datengrundlage der Suchthilfestatistik NRW
DATENGRUNDLAGE
Deutscher Kerndatensatz
Die Daten der Landessuchthilfestatistik NRW basieren auf dem Deutschen Kerndatensatz zur Dokumentation im Bereich der Suchtkrankenhilfe (KDS 3.0). Der KDS definiert einen einheitlichen Dokumentationsstandards im Bereich der Suchthilfe. Das Erhebungsinstrument wird seit 2017 in seiner aktuellen Version KDS 3.0 angewandt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Das aktuelle Manual für den Deutschen Kerndatensatz 3.0 (gültig ab Januar 2024) enthält die Definitionen und Erläuterungen für den Gebrauch und steht auf der Website der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. zur Verfügung.
NRW-Spezifische Ergänzungen
Mit der Einführung des Deutschen Kerndatensatzes in der Version 3.0 im Jahr 2017 hat der Beirat der Suchtkooperation NRW beschlossen, die Datenerfassung in NRW um einige für die landesweite Erhebung sinnvolle Fragestellungen zu ergänzen. Hierzu zählt z.B. die Erfassung des (Haupt-) Lebensunterhalts und die Erfassung der nach Alterskategorien differenzierten Anzahl minderjähriger Kinder im Haushalt der Klient*innen zu Betreuungsbeginn.
Eine ausführliche Beschreibung der NRW-spezifischen Ergänzungen stellt das ISD zur Verfügung:
Definition und Information zur Anwendung der Landesspezifischen Ergänzungen NRW
Dokumentationssysteme
Zur Erhebung des KDS kommen in den Einrichtungen verschiedene computergestützte Dokumentationssysteme zum Einsatz.
In NRW verwenden die Einrichtungen zum größten Teil das Programm „Patfak“ (ca. 46 %). Ein Fünftel (21 %) der Einrichtungen verwendet „Horizont“, gefolgt von „Ebis“ (18 %). Die restlichen Einrichtungen benutzen eine andere kommerzielle oder eine selbstentwickelte Software. Um trotz der Vielfalt an verwendeten Dokumentationssystemen eine einheitliche Dokumentation sowie einen einheitlichen Datenexport sicherzustellen, wird für eine Beteiligung an der zentralen Datensammlung die Verwendung eines Dokumentationsprogramms vorausgesetzt, welches die Vorgaben der technischen Schnittstelle zur Deutschen Suchthilfestatistik (IFT) mit den landesspezifischen Ergänzungen NRW erfüllt.
Datenwege in NRW
Die dokumentierten Daten auf Basis des deutschen Kerndatensatzes 3.0 inkl.-der nrw-spezifischen Ergänzungen werden von den Suchthilfeeinrichtungen jährlich an die für nrw-zuständige Datensammlungszentrale dem Institut für Interdisziplinäre Sucht und Drogenforschung (ISD) in Hamburg exportiert.
Das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg (ISD) fungiert als zentrale Datensammelstelle für die einrichtungs- und klientenbezogene Daten der ambulanten Suchthilfeeinrichtung in Nordrhein-Westfalen und begleitet den gesamten Datenaufbereitungs- und Datenauswertungsprozess.
Sie können sich bei Fragen zur Datenerhebung, -Auswertung und -Übermittlung gerne direkt ans ISD wenden. Das ISD bietet eine Hotline für die Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe in NRW an.
Telefonische Hotline
erreichbar mittwochs und
freitags von 10:00 Uhr – 12:30 Uhr
und 13:30 – 17:00 Uhr.
oder per Mail an
Die Einrichtungen erhalten einrichtungsbezogene Auswertungen, die sie für den Verwendungsnachweis an die Kommune verwenden können. Zudem erhalten die 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW kommunenbezogene Auswertungen der von den jeweiligen Einrichtungsträgern erhobenen Daten (vorbehaltlich deren Zustimmung).
Anschließend werden die Daten ans IFT exportiert und fließen somit in die Deutsche Suchthilfestatistik ein. Das IFT gibt die Daten an die Deutsche und Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD/ EBDD)). Diese erstellt den Reitox-Jahresbericht sowie den Jahresbericht auf europäischer Ebene.
Im Rahmen einer gründlichen und aufwendigen Datenaufbereitung werden die Angaben der Einrichtungen auf inhaltliche Konsistenz und Plausibilität geprüft. Die beteiligten Einrichtungen erhalten umfangreiche Auswertungen ihrer Daten. Dadurch ist eine direkte Kontrolle der Daten hinsichtlich ihrer Richtigkeit und Vollständigkeit durch die Einrichtungen gewährleistet. Fehlerhafte oder unplausible Einträge werden nach Rücksprache mit der Einrichtung korrigiert, andernfalls werden sie von den folgenden Auswertungen ausgeschlossen.
UAG Statistik
Begleitet wird dieser Prozess durch eine fachliche Unterarbeitsgruppe des Beirats der Suchtkooperation NRW bestehend aus Vertretungen der Freien Wohlfahrtspflege NRW, den Kommunalen Spitzenverbänden und des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW.
Leitung der UAG Statistik
Suchtkooperation NRW
Geschäftsstelle
Dorothee Lafleur
oder per Mail an
Workshops
Jedes Jahr werden praxisorientierte Workshops für die mit der praktischen Umsetzung der Dokumentation befassten Mitarbeitende in den Sucht- und Drogenberatungsstellen zu den Inhalten und zur Umsetzung des neuen Deutschen Kerndatensatzes und den landesspezifischen Ergänzungen angeboten.
Für Mitarbeitende der Kreise und kreisfreien Städte finden zudem Veranstaltungen zu den Inhalten des neuen Deutschen Kerndatensatzes (KDS 3.0), den landesspezifischen Ergänzungen in NRW sowie zu den Nutzungsmöglichkeiten der kommunenbezogenen Auswertungen an.
Die Workshops werden von dem mit der Datensammlung beauftragten Institut, dem ISD in Hamburg, durchgeführt und von der Geschäftsstelle der Suchtkooperation NRW organisiert. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle der Suchtkooperation NRW.
Links zum Thema
Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)
REITOX-Bericht
Der Bericht liefert umfangreiches Zahlenmaterial und Hintergrundinformationen über Entwicklungen und Trends zur Situation illegaler Drogen in Deutschland.
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
Deutscher Kerndatensatz (KDS 3.0)
Definiert ein einheitlichen Dokumentationsstandard für die Suchthilfe in Deutschland.
Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA)
Europäischer Drogenbericht
Der Bericht liefert Entwicklungen und Trends zur Drogensituation in Europa.
Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg (ISD)
Datensammelstelle NRW
Das Institut ist mit der Datensammlung und Auswertung zur Suchthilfestatistik in NRW beauftragt.
Institut für Therapieforschung
Deutsche Suchthilfestatistik (DSHS)
Die dokumentierten Betreuungen/ Behandlungen in den Suchthilfeeinrichtungen werden für das Bundesgebiet jährlich ausgewertet.